Texte
- Michael Opielka:
Gesellschaft für alle
Grundeinkommen als positive Freiheit
Selbstverständlich scheint, dass eine Demokratie auf der rechtlichen Gleichheit Aller baut, der Souverän sind wir. Und doch können wir von unterdessen mehr als einer Billion Euro weltweiter Hilfe aus unseren Steuergeldern für die Bankenspekulanten kaum anders als daran zweifeln. Der britische Politikwissenschaftler Colin Crouch hatte diese Zweifel feuilletonwirksam auf den Begriff der „Postdemokratie“ gebracht: „Während die demokratischen Institutionen formal weiterhin vollkommen intakt sind (…), entwickeln sich politische Verfahren und die Regierungen zunehmend in eine Richtung zurück, die typisch war für vordemokratische Zeiten: Der Einfluss privilegierter Eliten nimmt zu, in der Folge ist das egalitäre Projekt zunehmend mit der eigenen Ohnmacht konfrontiert.“ Gesellschaft für wenige, die Ohnmacht wird greifbar. (Download ganzer Text)
(in: Soziologie heute, Februar 2009)
- Michael Opielka:
Wie sozial kann eine Gesellschaft sein?
Das Thema Grundeinkommen hat mit zwei zentralen Fragen zu tun: Wie lassen sich Freiheit und Gemeinschaft vereinbaren? Gibt es in unseren sozialen Beziehungen eine höhere Gesetzmäßigkeit, der wir uns nicht einfach entziehen können? Die Spannung von Freiheit und Gemeinschaft erfahren wir heute in kleineren Gruppen genauso wie in der Gesellschaft als Ganzes. (Download ganzer Text)
(Februar 2008)
-
Robert Zion:
Wie weiter mit den Grünen und dem
Grundeinkommen?
Die berechtigten Fragen nach den neuen Querdenkern, nach Vorstellungen einer anderen Welt und nach einer politischen Heimat für Menschen, die sich Alternativen zum gegenwärtigen politischen Normalverzug vorstellen können, stehen sicherlich in engem Zusammenhang mit gesellschaftspolitischen Zielvorstellungen und neuen politischen Projekten, die die Fehlentwicklungen und Sackgassen der letzten Jahre und Jahrzehnte nicht leugnen oder beiseite schieben. Dabei sollte gerade für die Grünen nach wie vor gelten: think big, sowohl in der Selbstdefinition der eigenen Rolle im Parteienspektrum als auch in den gesellschaftlichen Veränderungsansprüchen. (Download ganzer Text)
(Dezember 2007)
- Robert Zion:
Die Gespenster der Vergangenheit
Darum auch ist die Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen im Kern eine Debattedarüber, wie sich die Gesellschaft ihren aus sich selbst heraus geschaffenen Reichtum wiederaneignen kann. Das Grundeinkommen ist darum die richtige neue verteilungspolitische Idee,es ersetzt die teilweise dysfunktional gewordenen, teilweise zusammenbrechenden Mechanismen der Primär- und Sekundärverteilung durch eine Protoverteilung, durch eine Art Input- Output-Steuerung der gesamtgesellschaftlichen Wertschöpfung. Dass hierbei allerdings ökonomische Outputs (Güter- und Umweltverbrauch, Vermögen und Kapitalerträge) und nicht mehr Wertschöpfungen selbst (Arbeit und unternehmerische Tätigkeit) abgeschöpft werden müssen, sollte auch von den Befürwortern eines Grundeinkommens deutlicher als bisher herausgehoben werden. (Download ganzer Text)
(September 2007)
